Wie weit liegt unsre Kinderzeit,
zurück in der Vergangenheit
Und trotzdem scheint sie uns so nah,
weil in der Zeit so viel geschah,
Wenn das Wochenende kam,
zog man uns das Beste an.
Unser Ziel wie immer war:
Döbling, Weinberggasse - klar.
Alle Onkeln, alle Tanten
und auch sonstigen Verwandten
pilgerten mit frohem Sinn,
an die gleiche Stelle hin.
Zimmer, Küche, Kabinett,
waren voll bis hin zum Bett.
Voll von Menschen die stets lachten
und da ihre Späße machten.
Platz zum Spielen blieb nicht viel
und so blieb meist unser Spiel
den Erwachsnen zuzusehen
oder mal spazierengehen
Ersteres war' intressant,
weil es den Großen unbekannt
schien, daß wir unsre Ohren spitzten
und die Gelegenheiten nützten,
um alles das herauszukriegen,
was unsre Eltern sonst verschwiegen.
Doch gleich ob Storch, ob Osterhas,
wir ließen ihnen stets den Spaß.
Spazierengehn war auch nicht schlecht.
Auch Bier zu holen war uns recht.
Gemindert war nur der Genuß,
weil alles dies geschah zu Fuß.
Und nach dem Marsch aus Ottakring,
uns dieses auf die Nerven ging.
Stand doch der Heimweg noch bevor,
bis vor das elterliche Tor.
Von diesem Nachteil abgesehn,
war es in Döbling doch recht schön,
denn jeder Anverwandte war,
ein eignes Musterexemplar.
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Wie wir als Kinder sie gesehn,
so seht Ihrs hier geschrieben stehn.
Ich lese es Euch einmal vor,
drum haltet still und seid ganz Ohr:
Der Willionkel war uns lieb,
weil er fast immer heiter blieb.
Als Jüngster stand er uns sehr nah
und oft man ihn mit uns auch sah.
Der Ernst war, wie der Name sagt,
stets ernst. Wir hätten nie gewagt
ihn anzutasten, denn Respekt
hat unsre Zuneigung verdeckt.
Der Onkel Fredi machte Spaß
und alle Kinder mögen das.
Drum freuten wir uns irmmer sehr,
kam sonntags er mal zu uns her.
Der Onkel Peppi spielte gern,
wenn er gewann konnt man es hörn.
Die Freude war dann riesengroß,
obwohl die Summen winzig bloß.
Die Tante Grete war noch jung
und brachte alle stets in Schwung
Und immer schafft' sie's Spaß zu machen,
sie bringt uns heut noch gern zum Lachen.
Die Tante Anni schien stets kühl,
obgleich sie uns sehr gut gefiel.
Doch hat auch sie sehr oft gelacht
und mit den andern mitgemacht.
Die Tante Fritzi rauchte viel,
was uns schon damals nicht gefiel.
Die Luft war ohnehin zum schneiden,
ihr strenger Blick ließ uns sie meiden.
Die Mitzitante, meine Mutter,
war von den Menschen ein sehr guter.
Sie träumte von der bessren Welt,
die bis ans Ende ihr gefehlt.
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Vollständig wär die Liste nicht
und nicht zu Ende dies Gedicht,
solang die Partner nicht beschrieben,
auch deren Prägung ist geblieben.
Mein Vater war ein Luftikus
und liebte Frohsinn und Genuß.
Beliebt war er drum weit und breit,
doch schätzt' er auch die Arebeit.
Er brachte einst Freund Karl mit,
der so in Annis Arme glitt.
Zum Wohlstand legte der den Grund
und steckt' uns scharfe Drops in' Mund.
Der Hans, der richtig Ignaz hieß,
oft lang die Wienerstadt verließ.
Kam er aus der Provinz hervor,
gab es viel Frohsinn und Humor.
Bescheiden waren stets die Tanten,
weshalb so gut wir sie nicht kannten.
Die Tante Hettel sehr verschlossen,
kam jeden Sonntag unverdrossen.
Des Ernstels Anni zart und fein,
schaut auch oft bei der Tür herein.
Ihr zartes Stimmchen war uns lieb,
was schließlich auch bis heut so blieb.
Die Anni-3 von Onkel Fredi,
war auch ein süßes zartes Mädi.
Obwohl schon damals etwas krank,
lebt sicher sie noch ziemlich lang.
Maria schien uns engelsgleich,
sie sprach gepflegt und ausdrucksreich,
wie es dem Lehrberuf entspricht
und andre Fehler hat sie nicht.
Ehrgeiz stets Onkel Toni trieb
und dennoch hatten wir ihn lieb.
Drei Töchter und nicht einen Sohn,
das wurmte ihn ein bißchen schon.
Der Onkel Rudi war nie da,
wir wußten kaum wie aus er sah,
erst recht nicht seine Frau und Tochter,
doch zu dem Kreis gehören mocht' er.
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Die Zeitung hielt stets in der Hand,
Großvater so, daß er verschwand.
Und kam er einmal da hervor,
dann kitzelt' uns sein Kuß im Ohr.
Großmutter war der Ruhe Pol
und war die Wohnung noch so voll,
es gab stets Milchbrot und Kaffee
und ab und zu auch einmal Tee.
Die Erna, Hansi, Erika
und ich, wir waren immer da
wir hatten ab und zu mal Streit
und lieben dennoch uns bis heut.
Der Krieg zerstörte dieses Haus,
zumindest blieben Treffen aus.
nur ab und zu kam man zusammen,
der Zufall gab dafür den Rahmen.
So wuchsen viele neu heran,
es kam dann Post in München an,
wenn Taufe oder Hochzeit war,
der Kreis wuchs weiter, Jahr für Jahr.
Ich finde einfach grandios,
daß dieser Kreis, der jetzt so groß,
sich wiederum zusammenfindet,
es gibt so vieles, was uns bindet.
Wenn dies geschieht in diesem Rahmen,
mit soviel wundervollen Damen,
dann müssen wir sehr dankbar sein.
Drum stimmet in mein Loblied ein:
Daß Tante Grete und ihr Klan,
dies Treffen heut ermöglicht ha'n,
das macht uns eine Riesenfreude,
"Ein schöner Tag" *) ist wieder heute.
Für all' die Freud, die sie uns machte,
das Tantchen ich besonders achte.
Und sollte ich einst Petrus sein,
die Tante Grete ließ ich rein.
*) Grete liebte diesen Song von Lena
Valaites
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